Frauenarztpraxis Dr. med. Claudia Mlynek-Luhr | Jochen Zieriacks

Sicherfühlen

Selbstuntersuchungen der Brust Brustkrebs ist ein Thema, das alle Frauen beschäftigt. Brustkrebs ist medienwirksam, er wird häufiger und er trifft mehr auch jüngere Frauen. Die Brust ist ein Symbol für Attraktivität, hat Bedeutung für Sexualität und Partnerschaft, wird als ein Zeichen der Zeugungsfähigkeit, Mutterschaft und Stillfähigkeit gesehen. Daher ist sie in unseren Gedanken sehr präsent und ihr Verlust oder ihre Verstümmelung erzeugt massive Ängste. Brustkrebs ist jedoch meistens eine heilbare Krankheit, wenn man ihn rechtzeitig erkennt und behandelt.

Bösartige Erkrankungen der Brust treffen etwa 10% aller Frauen in Mitteleuropa. Das heißt aber auch: 90% aller Frauen werden keinen Brustkrebs bekommen!

80% aller Brustkrebserkrankungen treten bei Frauen auf, die älter als 55 Jahre sind, aber auch Frauen in sehr hohem Alter können noch Brustkrebs bekommen (dieser wird aber wahrscheinlich nicht schnell wachsen und streuen).

2/3 aller an Brustkrebs erkrankten Frauen werden geheilt, Tendenz steigend! Auch wenn jede zehnte Frau an Brustkrebs erkrankt, so stirbt nur jede 25ste an diesem Krebs (mehr als die Hälfte aller Frauen sterben an Herz-Kreislaufkrankheiten, Herzinfarkt, Schlaganfall!).

90% aller „Knoten", also tastbarer Verhärtungen in der Brust sind gutartig, zum Beispiel Zysten, Bindegewebs- oder Drüsenverdichtungen. Sogar 75% aller in der Mammografie als „suspektverdächtig“ eingeschätzten Veränderungen sind nicht bösartig!

In manchen Familien tritt Brustkrebs gehäuft auf. Mittlerweile sind zwei Brustkrebsgene (BRCA 1, BRCA 2), also Erbmaterialveränderungen bekannt, bei deren Vorliegen das Risiko Brustkrebs zu bekommen massiv erhöht ist. Aber nur bei 5% der Fälle liegen diese Gene vor, bei 95% sind es wohl nicht die Gene, sondern andere Faktoren, die wir teilweise auch selber beeinflussen können, z.B.:

  • Übergewicht
  • Rauchen
  • langdauernde Östrogenwirkung

In Bezug auf die weiblichen Hormone macht es wohl keinen Unterschied, ob natürliche oder synthetische Hormone wirken, ob eine Frau sehr früh ihre Blutungen bekommen hat und diese sehr lange behält, oder ob nach frühzeitigem Eintritt der Wechseljahre über längere Zeit eine Hormonersatztherapie durchgeführt wird. Die Antibaby-Pille, eingenommen in dem Zeitraum der natürlichen Östrogenwirkung, erhöht das Brustkrebsrisiko wohl nicht, senkt sogar nachweislich das Risiko für Eierstockkrebs.

Unsere Ernährung und unser Verhalten haben Einfluss auf das Krankheitsrisiko, da eine westliche Ernährung meistens zu kalorien-, fett- und eiweißreich ist und wir uns zu wenig bewegen und zu wenig schlafen und uns regenerieren.

Nahrungsbestandteile mit sogenannten pflanzlichen Östrogenen wie in Vollwertkost, Soja- oder Rotkleeextrakte scheinen nach Studien aus Asien zwar das Brustkrebsrisiko zu senken, ist der Krebs jedoch aufgetreten, haben sie keinen Einfluss auf den Verlauf. Hoch dosiert können pflanzliche Östrogene im Tierversuch sogar das Brustkrebsrisiko steigern! Letztlich, muss man wohl sagen, besteht Ernährung aus zu vielen unterschiedlichen und nicht gut zu trennenden Faktoren, ist daher zu unerforscht, um einzelne Stoffe zu empfehlen. Eine zur Zeit hoch gehandelte Hypothese zur Wirkung von Soja auf die Brust besagt, dass sojareiche Ernährung zur Zeit der Brustentwicklung, also in der frühen Pubertät, das Krebsrisiko im Alter mindert.

Bleibt also das Ziel, den Krebs, wenn er denn auftritt, so früh wie möglich zu erkennen.

Der erste und wichtigste Schritt ist die Selbstuntersuchung der Brust. Etwa die Hälfte aller Brustkrebse werden von den Patientinnen selbst als erste getastet.

Einmal im Monat, sofern Sie noch ihre Regelblutungen haben, kurz nach der Regel, (denn kurz vorher und um die Menstruation herum ist bei vielen Frauen die Brust geschwollen, schmerzempfindlich und knotig,) sollte in Ruhe und ohne zeitlichen Druck die Brust untersucht werden.

Dazu schauen Sie sich Ihre Brust mit hängenden Armen zunächst im Spiegel an, heben die Arme und achten in der Bewegung auf Veränderungen. Dabei sind Brustwarze und Warzenvorhof auf Beweglichkeit oder Einziehungen zu untersuchen, zu beachten, ob sich Beulen oder Dellen bilden, ob sich abgegrenzte Orangenhautbezirke zeigen. Asymmetrie der Brust ist normal. Danach tasten Sie mit 2 oder 3 nebeneinanderliegenden flachen Fingerenden mit kleinen kreisenden Bewegungen unter leichtem Druck gegen den Brustkorb die Brust in allen Bezirken ab, ob im Uhrzeigersinn , ´rauf und ´runter oder jedes Viertel einzeln sei dabei Ihnen überlassen. Einfacher ist es mit etwas Creme, Seife oder Bodylotion. Tasten Sie bis zu Ihren Rippen, um auch tiefe Veränderungen zu erfassen, das kann auch unangenehm sein. Nehmen sie danach jede Brust zwischen Ihre beiden Hände und tasten Sie erneut, nun stören keine Rippen mehr, die Brustdrüse sollte sich von der Brustwand etwas wegziehen lassen. Wiederholen Sie die Untersuchung idealerweise noch im Liegen, da Sie so weniger Gewebe übereinander haben. Beenden sie die Untersuchung, indem Sie versuchen etwas Sekret durch vorsichtigen Druck auf die Brustwarze zu gewinnen. Falls sich überhaupt Flüssigkeit zeigt, sollte sie nicht blutig sein.

Am Ende der Vorgangs sollten Sie sagen können, ob sich die Brust verändert hat gegenüber den vorausgegangenen Untersuchungen (daher sollten Sie mit der Zeit Erfahrung gewinnen und Ihren Körper kennenlernen). Falls ja, gehen Sie zur weiteren Abklärung zum Arzt, falls nein, seien Sie entspannt.

Gerne zeigen wir Ihnen; wie Sie sich selbst untersuchen können.

Einmal im Jahr sollten Sie im Rahmen der Krebsfrüherkennung Ihren Arzt oder Ihre Ärztin untersuchen lassen, da diese doch noch mehr Vergleich und Erfahrung haben. Natürlich kommen Sie jedoch bei selbstbemerkten Veränderungen kurzfristig schon früher!

Zur besseren Einschätzung eines getasteten Herdes, auch eventuell zur Früherkennung ohne auffälligen Tastbefundes wird dann ein Ultraschall der Brust (Mammasonografie) vorgenommen. Dabei zeichnen Schallwellen ein Bild der Bruststruktur, ohne Röntgenstrahlung und weniger unangenehm als eine Mammografie. Zysten können hier gut von festen Tumoren unterschieden werden, Kalk kann jedoch nicht sicher diagnostiziert werden. Gerade bei jungen Frauen, deren Drüsengewebe unter Östrogeneinfluss sehr röntgenstrahlendicht ist, hat der Ultraschall einen hohen Wert. Je nach Gerät und Untersucher können bis zu 95% aller Brustkrebse durch Ultraschall diagnostiziert werde. Die Methode ist jedoch noch so neu, dass bislang noch keine großen Untersuchungen den langfristigen Wert des Ultraschalls zur Früherkennung zeigen konnten.

Die Röntgenabbildung der Brust (Mammografie) ist die bestuntersuchte, langetablierte Methode einen Brustkrebs zu erkennen. Dabei wird jede Brust in zwei Ebenen (von oben nach unten und von außen nach innen) geröntgt. Leider muss für eine gute Beurteilbarkeit dabei die Drüse möglichst flach sein, das geht nicht ohne Druck; heutzutage gibt es jedoch Druckbegrenzungen, sodass die Untersuchung nicht schmerzen sollte. Die Strahlenbelastung ist heute um ein Vielfaches kleiner als noch vor 15 Jahren. Durch Mammografien wird kein Krebs ausgelöst. Auch die Mammografie ist nicht vollkommen sicher im Erkennen jeden Brustkrebses, zeigt jedoch etwa 98% und viele Vorstufen! Besonders die Brustdrüsen junger Frauen sind schlecht strahlendurchlässig und daher schwer zu beurteilen. Zur Vermeidung übereifriger oder übervorsichtiger Krebsvermutungen sollte heute jede Mammografie von zwei verschiedenen und erfahrenen Ärzten beurteilt werden.

Wir empfehlen ab dem 50sten Geburtstag zumindest bis zum 70sten Lebensjahr alle 2 Jahre eine Mammografie zur Früherkennung durchführen zu lassen.

Wohl die genaueste, aber auch teuerste und am schlechtesten verfügbare Methode der Beurteilung der Brust ist die Kernspin- oder MagnetResonanzTomografie der Brust (MammaMRT). Hier werden durch Magnetwellen Wassermoleküle des Gewebes in Schwingungen gebracht und abgebildet. Diese Methode bleibt Ausnahmesituationen vorbehalten wie Metastasen ohne bekannten Tumor, Brustbeurteilung nach Wiederaufbauoperationen oder Operationsplanung bei vermuteten mehreren Herden.

Wir bieten von Zeit zu Zeit mit Unterstützung der Krebsgesellschaft NRW Kleinseminare zur Selbstuntersuchung der Brust an, in denen an Brustmodellen das Suchen und Finden von „Knoten" geübt werden kann.

Fazit: Trauen Sie sich etwas zu, Sie können ihre Brust selbst beurteilen, Sie können das Brustkrebsrisiko vermindern, vor allem aber haben Sie die Chance durch frühzeitiges Erkennen und rechtzeitiges richtiges Verhalten einen Brustkrebs zu überwinden.

Anschrift

Dr. med. Claudia Mlynek-Luhr
und Jochen Zieriacks
Bergisch-Gladbacher-Str. 408
51067 Köln

Kontakt

Telefon: 0221 - 631 619
Telefax: 0221 - 963 63 97
www.vital-gyn.de
Termine nach Vereinbarung

Sprechstunden

Mo 9 - 12 | 14:30 - 16 Uhr
Di 9 - 12 | 14:30 - 16 Uhr
Mi 9 - 12 Uhr
Do 9 - 12 | 14:30 - 16 Uhr
Fr 9 - 12 Uhr