Frauenarztpraxis Dr. med. Claudia Mlynek-Luhr | Jochen Zieriacks

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Osteoporose

Osteoporose ist eine der bedeutendsten Volkserkrankungen in Deutschland. Etwa 6 Millionen Menschen sind betroffen, davon 4-5 mal mehr Frauen als Männer.

Die daraus entstehenden Kosten für das Gesundheitswesen betragen ca. 4-5 Millionen Euro pro Jahr, die gesamtvolkswirtschaftlichen Kosten liegen deutlich darüber. Aufgrund der steigenden Lebenserwartungen werden die Aufwendungen absehbar steigen.

Definition

Osteoporose ist eine krankhafte Verringerung der Knochendichte und der Knochenstabilität, die zu Schmerzen, Wirbelkörper-, Speichen- und Oberschenkelhalsbrüchen führen kann. Wie bei allen messbaren Strukturen gibt es auch beim Knochen eine gewisse Bandbreite um einen Mittelwert herum. Eine Verminderung der Knochendichte um mehr als eine Standartabweichung nennen wir Osteopenie, erst ab einer Abweichung von mehr als 2 Standartabweichungen definieren wir die Osteoporose.

Bei der Definition müssen wir noch die Vergleichsgruppen bedenken, an der wir messen. Sind es die 20jährigen, bestimmen wir den T-Wert, sind es aber die gleichaltrigen, bestimmen wir den Z- Wert. Beide Werte werden sich häufig unterscheiden.

Aufgaben und Funktion

Welche Aufgaben haben unsere Knochen? Sie sollen unsere Körpermasse aufrechterhalten, stabilisieren und durch das Zusammenspiel mit den Muskeln, die an den Knochen ziehen, Bewegung ermöglichen . Sie sollen schützen (Kopf, Rippen) und einen Mineralvorrat für andere Zellfunktionen bieten. Knochen bestehen aus einer sehr festen Randschicht ( Kompakta ) und aus einer inneren schwammartigen Gerüstschicht (Spongiosa). Sie sind von innerer und äußerer Knochenhaut umgeben, in der die meisten An- und Abbauvorgänge stattfinden. Beide Schichten sind für die Stabilität wichtig. Das Material des Knochens besteht aus kollagenen Fasern und Mineralien, überwiegend Kalk (Calciumcarbonat) sowie Magnesium-, Phosphat- und Fluorverbindungen. Diese Knochenmineralien werden von aufbauenden Zellen, Osteoblasten, gebildet und von abbauenden Zellen, Osteoklasten, reduziert. Das Zusammenspiel dieser Zelltypen ist wichtig, damit die Knochen weder zu schwer und spröde werden durch zu starke Mineralisierung, noch zu leicht und dünn durch Knochenabbau. Beide Zelltypen werden durch die Beanspruchung des Knochens und durch übergeordnete Hormone wie Calcitonin und Parathormon, aber auch durch Hormone, die zunächst gar nichts mit dem Knochen zu tun haben, wie Cortisol, Schilddrüsenhormon, männliche und weibliche Hormone, geregelt.

Knochenumsatz

Im Laufe eines Jahres werden 5-10% der Knochenmasse ab- und aufgebaut .Die Knochendichte ist nicht in jedem Lebensalter gleich, natürlich hat ein Neugeborenes leichtere Knochen als 30 jährige Männer. Schaut man sich den Verlauf der Knochendichte über die Lebensalter an, so sieht man einen Anstieg der Knochendichte bis in das frühe Erwachsenenalter.

Danach bleibt die Knochendichte bis etwa zum 30. Lebensjahr konstant und beginnt dann bei Männern und bei Frauen langsam abzunehmen. Bei Frauen aber beschleunigt sich der Knochenabbau nach den Wechseljahren, dann werden 0,5-1% der Knochenmasse pro Jahr verloren, teilweise deutlich mehr.

Wechseljahre und Hormone

Anders als bei Männern, bei denen die Wechseljahre, der Hormonabfall, eher schleichend stattfindet, wird die Östrogenproduktion der Eierstöcke innerhalb weniger Jahre beendet. Östrogene verlangsamen über eine Hemmung der Osteoklasten und Anregung der Osteoblasten den Abbau von Knochen. Zusätzlich modulieren sie die Aktivität von Calcitonin und Parathormon , fördern die Bildung des wirksamen Vitamin D3 aus den unwirksamen Vitamin D -Vorstufen. Östrogene fördern die Durchblutung von Muskeln und Nerven; durch erhöhte Muskelaktivität kommt es zu verstärkter Knochenbildung. Nahezu die gleiche Wirkung hat das männliche Hormon Testosteron, weshalb es als Anabolikum im Sport so beliebt ist. Die Geschlechtshormone werden nicht nur in Eierstöcken und Hoden gebildet, sie werden auch in kleineren Mengen in Nebennieren und Fettgewebe gebildet. So kann man feststellen, dass sehr schlanke Menschen eher zu Osteoporose ( und Wechseljahresbeschwerden) neigen als diejenigen mit gewissen Reserven.

Diagnostik Am wichtigsten ist die Vorgeschichte des Patienten. Folgende Fragen stellen wir Ihnen:

  • Haben Ihre Eltern Osteoporose oder Knochenbrüche im Alter erlitten?
  • Haben sie selbst schon Brüche ohne Unfälle erlitten?
  • Sind Sie in den letzten Jahren kleiner geworden?
  • Haben Sie Zeiten von Mangelernährung erlebt?
  • Rauchen Sie, trinken Sie viel Kaffee, essen Sie viel Fleisch?
  • Sind Sie Diabetikerin ?
  • Benötigten Sie über eine lange Zeit Cortison oder Heparin?
  • Haben Sie eine Schilddrüsenüberfunktion?
  • Haben Sie eine Milchunverträglichkeit oder eine Darmerkrankung, die die Aufnahme von Calcium erschwert?
  • Wie spät war Ihre Menarche (= Zeitpunkt der ersten Regel), wie früh die Menopause (= Zeitpunkt der letzten Regel)?
  • Haben Sie Kinder?
  • Sind Sie kurzsichtig, müssen Sie nachts aufstehen? (Dann nämlich haben Sie ein erhöhtes Sturzrisiko!)

Der zweite diagnostische Schritt ist die körperliche Untersuchung: Hierbei wird auf einen so genannten Witwenbuckel oder auf Knochenschmerzen geachtet. Aber Knochenschmerzen entstehen auch durch Abnutzung (Arthrose) der Gelenke, durch Rheuma oder Bandscheibenprobleme.

Der dritte Schritt kann dann die Laboruntersuchung sein. Hierbei werden die Calcium-, Phosphat- und AP- Werte im Blut, sowie der Östrogen- , Testosteron- und TSH- Wert im Blut sowie Calcium, Phosphat und Vitamin D im Urin bestimmt.

Im vierten Schritt kommen aufwendigere Unersuchungen der Apparatemedizin zur Anwendung wie die Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) durch Ultraschall oder die Computertomographie. In unserer Praxis bieten wir Ihnen eine Messung der Knochendichte mittels Ultraschalluntersuchung an. Da prophylaktische Knochendichtemessungen nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden dürfen, rechnen wir diese Untersuchung nach der GOÄ zu einem Preis von 35 Euro ab.

Hinweise auf Osteoporose finden wir auch auf manchen Röntgenbildern, dabei muss die Osteoporose aber schon weit fortgeschritten sein,. Eine genaue Bestimmung des Osteoporoseausmaßes ist im normalen Röntgenbild nicht möglich.

Prophylaxe

Eltern sollten auf die Fluor- und Vitamin D-Prophylaxe achten. Kinder sollten ausreichend mit Milch versorgt werden und sich viel bewegen. Auch für Erwachsenen gilt: Bewegen Sie sich und machen Sie Sport. Dabei sind fast alle Sportarten geeignet, mit Ausnahme von Fallschirmspringen oder Bungee-Jumping. Schwimmen und Tauchen sind weniger geeignet, da in der Schwerelosigkeit des Wassers die Knochenbildung nicht gefördert wird. Hausarbeit gilt im Sinne der Osteoporoseprophylaxe nicht als sportliche Betätigung. Essen sie vernünftig, achten Sie darauf, 800- 1200g Calcium, nach den Wechseljahren eher 1500g Calcium pro Tag zu sich zu nehmen. (1 l Milch entsprechen 1200 g Calcium). Der Vitamin D3 Bedarf liegt bei 800IE. Gehen Sie also ans Tageslicht ( 30 Minuten Gesichtsfläche) oder ggf. auf die Sonnenbank.

Hormontherapie

Östrogene haben nachgewiesenermaßen eine günstigen Effekt auf die Knochendichte, sie führen zum Erhalt der Knochenmasse und können anfangs die Knochendichte sogar erhöhen. Dabei ist eine Abhängigkeit von der Dosis nachgewiesen : Auch niedrigere Hormonmengen führen zu einer Knochenverstärkung, die optimale Dosis für die Knochen beträgt 2 mg Estradiolvalerat, 0,6 mg konjugierte Östrogene oder 50 ug Estradiol über die Haut.

Gestagene, Gelbkörperhormone, haben keinen Einfluss auf die Knochen, lediglich Norethisteron, ein Abkömmling des Testosteron, führt noch zusätzlich zur Knochenmassenbildung.

Neue Entwicklungen sind östrogenartige Hormone, die nicht oder wenig Brust, Gebärmutter und Genitale beeinflussen, sondern fast nur auf die Knochen wirken. Zusätzlich können Bisphosphonate den Osteoblastenstoffwechsel beeinflussen . Auch können Fluoride verordnet werden, die die Festigkeit der Knochen verstärken (wie beim Zahnschmelz).

Durch eine Hormontherapie ist im Idealfall eine Zunahme der Knochendichte an den Wirbeln um 4-5% , am Oberschenkelhals um 2-3% nach 2-3 Jahren zu erwarten,. Danach führt die Hormontherapie nicht mehr zu einer Vermehrung, sondern nur noch zum Erhalt der Knochenmasse. Erfolge für die Knochen sind also frühestens nach 2 Jahren zu erwarten. Die Therapie sollte über einen langen Zeitraum, z.B. 10 Jahre durchgeführt werden, da nach Beendigung der Behandlung der schnellere Knochenabbau sofort beginnt. Durch die Dauer der Therapie wird also das Risiko für Knochenbrüche verringert . Durch eine 10jährige Behandlung lässt sich das Bruchrisiko um 39%, das von Handgelenksbrüchen um bis zu 76% senken.

Brüche im Alter zu vermeiden ist wichtig, obwohl die meisten Patienten nicht an den Brüchen sterben. Todesursachen sind aber Herz-Kreislauf-Versagen, Lungenentzündungen, Thrombosen durch lange Bettlägerigkeit. Zudem werden ältere Frauen mit ihren brüchigen Knochen vorsichtig: Sie bleiben zu Hause, vereinsamen, werden abhängig von Hilfen.

Was sind die Risiken der Osteoporose/Therapie?

Sport: Sportverletzungen, Stürze, Herzkreislaufversagen: Wählen Sie Ihren Fähigkeiten angepasste Sportarten, überfordern Sie sich nicht und lassen sich vorher sportmedizinisch untersuchen

Ernährung: Vermeiden Sie einseitige, nur auf das Wohl der Knochen ausgerichtete Ernährung. Bedenken Sie auch Kalorienwerte (1L Milch 640 kcal, 35g Fett)- Nahrungsergänzungsmittel können allerdings sehr teuer sein.

Hormone: Der nachweislich günstige Effekt auf Knochen, Wechseljahressymptome, Blasen- und Scheidenschleimhaut, Haut, kognitive Leistungen und Wohlbefinden steht ebenfalls nachgewiesenen Risiken gegenüber:

Erhöht werden hierdurch das Brustkrebs- und Gebärmutterkrebsrisiko, die Thrombose- und Embolierate und die Rate an Herzinfarkten. Das Risiko einer Erkrankung an Brustkrebs erhöht sich bei Frauen zwischen 50 und 70 Jahren von 65/1000 ohne Therapie auf 72 /1000 nach 5 Jahren, auf 78/1000 nach 10 und auf 83/1000 nach 15 Jahren Hormontherapie. Die Sterblichkeit an Brustkrebs steigt jedoch nicht - dafür gibt es möglicherweise unterschiedliche Gründe, die bisher noch nicht ganz geklärt sind. Die Gesamtsterblichkeit sinkt etwas.

Das Risiko eines Gebärmutterkrebses ist nur bei alleiniger Östrogengabe erhöht. Werden, wie in Deutschland üblich, bei erhaltener Gebärmutter regelmäßig Gestagene dazugegeben, ist die Wahrscheinlichkeit eines Gebärmutterkrebses wie ohne Hormontherapie.

Aufgrund der etwas erhöhten Rate an Thrombosen vor allem im 1.Jahr nach Beginn einer Hormonbehandlung ist bei Menschen mit bekannter koronarer Herzerkrankung oder Schlaganfallneigung eine Risikoabwägung vorzunehmen.

Östrogene sind keine zugelassenen Medikamente zur Prophylaxe oder Therapie der Osteoporose.

Orthopädische Betreuung: Hauptsächlich behandeln Fachärzte für Orthopädie, in Spezialfällen auch die sehr seltenen Internisten mit Zusatzschwerpunkt Osteologie, Osteoporosepatienten. Da, wie oben beschrieben, Osteoporose aber überwiegend Frauen trifft, und der Weg zum Orthopäden meist erst gegangen wird, wenn der Schaden schon eingetreten ist, halten wir es für sinnvoll und notwendig, uns auch um Ihre Knochen zu kümmern.

Zusammenfassung

Osteoporoseprophylaxe beginnt in der Kindheit und erstreckt sich über das ganze Leben. Basis der Knochengesundheit sind Bewegung und Ernährung.

Besteht anamnestisch ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche, müssen die Basismaßnahmen intensiviert werden und es sollte eine Basisdiagnostik erfolgen. Je nach Ergebnis der Untersuchungen und persönlichen Gesundheitsrisiken ist eine ergänzende Behandlung mit Vitamin D, Calcium und eventuell auch mit Hormonen angezeigt.

Bei sehr ausgeprägter Osteoporose müssen zusätzlich Fluoride oder Bisphoshonate eingenommen werden. Sprechen Sie uns an, wenn wir Sie diesbezüglich weiter beraten sollen.

Anschrift

Dr. med. Claudia Mlynek-Luhr
und Jochen Zieriacks
Bergisch-Gladbacher-Str. 408
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Aktuelles

Das Terminservice- und Versorgungsgesetz – TSVG der Bundesregierung gilt ab dem 1.September 2019.

Für Sie und unsere Praxisorganisation ändert sich dadurch nahezu nichts.

Unsere Sprechzeiten waren und bleiben mindestens 25 Wochenstunden. 

Für Notfallpatientinnen haben wir weiterhin täglich ab 12 Uhr eine Sprechstunde ohne Termine, in der Sie dann von dem an diesem Tage tätigen Arzt/ Ärztin betreut werden. Um längere Wartezeiten zu vermeiden und um die Dringlichkeit abzuklären, bitten wir Sie, möglichst früh vorher anzurufen.